F steht für Freunde

Man sagt ja immer Freunde seien die Familie, die man sich selbst aussuchen kann. Das bezweifel ich ehrlich gesagt, denn ich bin mir nicht sicher ob man sich immer seine Freunde frei aussuchen kann. Ich glaube da hängt sehr viel von Chemie und dem eigenen Umfeld ab. Also ist es eher wie mit einer Beziehung.

Ein paar Beispiele: Wenn man in einer neuen Gruppe von Menschen ist, und man sieht jemand Sympathischen, von dem man denkt, dass man sich sicher mit ihr oder ihm gut verstehen würde, weiß man oft ganz genau: Mit dieser Person werde ich mehr zu tun haben und heute auf jeden Fall noch sprechen.

Mir geht das wirklich richtig oft so. Vor allem habe ich das in letzter Zeit bei diversen Aufnahmeverfahren für Studienrichtungen bemerkt, aber auch beim Fortgehen passiert das manchmal. Oft funktioniert das auch ohne Eigeninitiative, und man wird angesprochen oder zufällig in eine Gruppe eingeteilt. Vielleicht strahlt man dann einfach etwas aus, was andere anzieht, oder das Schicksal hat damit etwas zu tun.

Auf diese Art findet man oft gute Bekannte, die auch zu Freunden werden können. Beste Freunde habe ich aber fast immer durch mein Umfeld (also andere Freunde) kennen gelernt. Da kann man sich schon sicherer sein, dass man viel gemeinsam hat und sich deswegen gut versteht.

Es kann aber auch sein, dass man fast nichts mit der besten Freundin oder dem besten Freund gemeinsam hat, und sich deswegen so gut ergänzt und zusammen passt, das kenne ich auch nur allzu gut.

 

Was macht jetzt wirklich beste Freunde aus?

  • Man muss grundsätzlich auf einer Ebene sein. Hat zum Beispiel jemand ganz andere politische oder gesellschaftliche Ansichten, kann es schnell passieren, dass man nur mehr diskutiert und für mich muss man sich in einer Freundschaft wohlfühlen müssen – wobei Diskussionen auch wichtig sind! Aber halt nicht ständig.
  • Man darf nie das Gefühl haben, man sei die bessere oder uncoolere von beiden und hat einen Nachteil oder Vorteil wenn man mit dieser Person unterwegs ist.
  • Sobald man lügt und nicht vernichtend ehrlich ist, hat die Freundschaft schon verloren. Ja, es gibt Geheimnisse, die man nicht verraten sollte – das ist klar. Aber Ehrlichkeit ist das aller Wichtigste, und wenn man nur aufpassen muss, was man in der Umgebung von seinem besten Freund sagt, ist es keine echte Freundschaft mehr.
  • Man muss die Meinung der anderen Person respektieren und trotzdem ab und zu für den anderen aus der eigenen „comfort zone“ herauskrabbeln.
  • Man muss sich auch aufziehen können und der Humor sollte auf einer Ebene sein, sonst kann es passieren, dass man schnell wütend auf den anderen ist, obwohl etwas lustig gemeint war.

 

Warum ich über so etwas alltägliches schreibe und euch Dinge erzähle die eigentlich sowieso klar sind?

Ich bin eine Person, die Menschen relativ schnell als Freunde bezeichnet, und gleich vollstes Vertrauen in alle steckt, doch langsam (jetzt wo ich älter werde – 19 😉 ) beginne ich mehr darüber nachzudenken und merke, dass viele Freundschaften nicht auf Gegenseitigkeit beruhen.

Merkt man also, dass man die einzige ist, die sich regelmäßig meldet und man die Person ist, die die Freundschaft zusammen hält, sollte man ein bisschen Abstand halten. Wenn dann lange Zeit nichts von der oder dem anderen kommt, weiß man, dass es keine echte Freundschaft ist. – Das sollte eure Zeit dann nicht wert sein. Genauso wie Menschen, die euch immer wieder versetzten und von denen man offensichtlich merkt, dass man ihnen anscheinend nicht wichtig ist, oder, dass sie nur mit einem spielen wollen. Ein Warnzeichen ist auch, wenn sie dir nicht mehr in die Augen sehen können – Finger weg davon.

Natürlich gibt es da auch Ausnahmen. Menschen, die man schon ewig kennt, jahrelang nicht sieht, und mit denen es dann trotzdem so ist, also ob gerade mal eine Woche seit dem letzten Treffen vergangen ist. Dann gibt es da auch noch natürlich Kryptonit Menschen mit und ohne denen man einfach nicht kann, aber das ist dann wieder eine andere Geschichte.

 

Schaut also einfach mal welche Menschen in euren Umfeld wirkliche Freunde sind. Oft hilfts – Ciao, eure Juvigra (:

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