Warum bin ich so feig? #ubahnstories

Heute bin ich nach meiner Vorlesung mit der U6 nach Hause gefahren. Aus irgendeinem Grund hab ich mich zur Abwechslung dazu entschieden, einmal nicht mit Musik in meinen Ohren einzusteigen, sondern war aufmerksam auf die Menschen um mich herum.

Das ist, find ich, grundsätzlich besser. Trotzdem werde ich morgen wieder meine Kopfhörer im Einsatz haben. Denn ich war beim Aussteigen frustriert, traurig und mir war direkt übel.

 

Die U Bahn war ganz voll und hinter mir ist eine Frau gesessen, die wirklich provokativ laut gesprochen hat. Dagegen habe ich grundsätzlich nicht – das Problem war der Inhalt. Es war das Menschenfeindlichste, was ich seit langem gehört.

Sie hat von sogenannten „Ausländern“ gesprochen (und vermutlich alle damit gemeint, die nicht so aussehen wie sie). Diese Person hat so undurchdachte, unmenschliche Statements von sich gegeben, die außer respektlos und ignorant einfach gemein waren.

Das ging dann von „den hätt‘ i angspuckt“, über „am liebsten hätt‘ i auf mein Arbeitsplatz eine Waffe – aber da hätt i scho viele daschossen“ und „na Ausländer hab i ned als Freind“ bis hin zu „der hat gfragt ob da eh kein Schwein drinnen ist – i hab gsagt nein – hat er halt Schwein gessen und is a ned gstorben“. SCHRECKLICH. Wie kann man so ein Mensch sein.

 

Die einzige Person die mich noch mehr in dieser U Bahn gestört hat, war ich selbst. Weil ich einfach nicht den Mut dazu hatte, aufzustehen und ihr zu sagen, dass sie mich anekelt und ich mich schäme, dass ich in einer U Bahn mit ihr sitzen muss. Ich bin aber einfach nur hinter ihr gesessen, mein Hals war zugeschnürt, mein Puls war oben, mir war schlecht und ich hatte fast Tränen in den Augen. Das einzige, wozu ich fähig war, war der verächtlichster Blick, den ich drauf hatte, auf sie zu werfen.

Ich bin richtig enttäuscht von mir, dass ich nicht mutig genug war, um aufzustehen, und dieser Person meine Meinung zu sagen. Ich hab einfach kein Wort rausgebracht, hätte ich was gesagt, hätte ich sicher weinen müssen. Aber sowas sollte mir egal sein! Und das nächste mal wird es mir aus egal sein.

 

Das Gute dran (um dein Beitrag ein bisschen positiv abzuschließen) waren die Menschen, die bei mir in der Nähe gesessen sind. Alle haben ähnlich verständnislos und beschämt dreingeschaut wie ich. Sie waren entsetzt und das zeigt mir, dass diese Frau (zumindest in diesem U Bahn Waggon) ziemlich alleine mit ihrer Meinung dagestanden ist.

 

Kleiner Tipp: Tut das, was dir deine innere Stimme sagt, selbst wenn du denkst, dass du es nicht kannst! Sonst wirst du es bereuen. Sonst bist du nicht besser als alle anderen.

Ciao, eure Juvigra (:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *