Tipps fürs Bewerben an der FH Wien der WKW

Ich habe es geschafft einen Studienplatz auf der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien für den Bachelor für Journalismus und Medienmanagement zu ergattern. Das ist wirklich ein langwieriger Prozess, aber wenn ihr auch daran interessiert seid, kann ich euch ein paar Tipps geben und meine Erfahrungen teilen.

 

1. Die Registrierung online

Das ist noch das aller einfachste: einfach auf der Seite der FH Wien registrieren und den Bewerbungsbogen ausfüllen. Für den Journalismus Studiengang braucht man nicht mal ein Motivationsschreiben, nur den Lebenslauf in Form des Bewerbungsbogen und den kann man wirklich ohne großen Aufwand ausfüllen.

Der Bogen muss dann ausgedruckt werden, und samt aller wichtigen Dokumentenkopien an die FH per Post geschickt werden.

 

2. Der EDV Test

Nach einiger Zeit kommt dann die Empfangsbestätigung, und man kann sich einen Termin für den EDV Test aussuchen. Zu dem gibt es auch einige Dinge zu sagen: Es werden Vorbereitungskurse angeboten, die (laut Studiengangsleiterin) nicht mit der FH abgesprochen sind. Einerseits würde ich sagen, dass das im Prinzip egal ist, weil diese Aufnahmetests sowieso ein bestimmtes Schema haben und es nicht so wichtig ist, ob das zu der FH dazu gehört. Andererseits kostet dieser Vorbereitungskurs ca. € 300,00 und das ist dann doch sehr übertrieben.

Bücher tuns auch. Es sagen zwar immer alle, dass es die sowieso überall gibt, ich hab in einer Buchhandlung zwar keines gefunden, aber im Internet wird man sicher fündig.

Wie ich mich also ohne Buch und Kurs vorbereitet habe? Ich habe einen Vorbereitungskurs für einen ganz anderen Studiengang gemacht (Logopädie) und bin da schon mit dem Prinzip dieser Tests vertraut gemacht worden, der hat auch einiges gekostet, und ich glaube, dass man es auch ohne so einen Kurs schaffen kann.

Auf der Website der FH Wien gibt es ein paar Beispielfragen für den EDV Test, damit man schon so eine Idee hat, auf was man sich vorbereiten soll. Ein heißer Tipp ist auch, zum Tag der Offenen Türe der FH zu kommen, dort kann man dann den Computertest in einer verkürzten Form ausprobieren und merkt schon, bei welchen Themen man noch mehr Aufwand rein stecken sollte. Da dieser Bereich beim Open House immer voll ist, ist mein Tipp erst ca. 30-60 min vor Ende der Veranstaltung hinzugehen, da da die meisten schon nach hause gehen.

Der Test setzt sich aus Logik, Mathe und Englisch zusammen, wobei Schulenglisch auf Maturaniveau ausreichen sollte, und man hat auch Zettel und Stift vor sich liegen um sich bei den anderen Themen Notizen zu machen.

Bei dem EDV Test wird euch auch ausreichend Zeit gegeben – also bloß keinen Stress. Lasst euch auch nicht davon verunsichern, dass die Fragen immer schwerer werden. Der Test passt sich eurer Leistung an, es ist also ein gutes Zeichen, wenn er schwieriger wird.

 

3. Das Bewerbungsvideo

Bei diesem Studiengang muss man ein Bewerbungsvideo von sich selbst machen, das ersetzt dann auch das Motivationsschreiben. Das sagt auch schon alles über den Inhalt aus: Man muss

  • sich vorstellen
  • erklären warum man das studieren will, und warum dort
  • zeigen, dass man perfekt für diesen Studienplatz ist
  • und die Herausforderung: es darf maximal 75 Sekunden lang sein

Das gute ist, dass man es sowohl mit einer Handykamera, als auch mit jeder anderen aufnehmen kann und eigentlich tun kann was man will. Einige waren draußen wie ein Auslandskorrespondent, andere haben sich vom Schnitt her was guten einfallen lassen (nein, man muss es nicht schneiden – hab ich auch nicht gemacht) und andere, Leute wie ich, haben sich einfach vor die Kamera gesetzt, gesagt wer sie sind und was sie denken und danach gebetet, dass es nicht länger als 75 Sekunden ist.

Dieses Video muss man dann noch vor dem studienspezifischen Aufnahmeverfahren an die FH schicken.

 

4. Vorbereitung für das Assessment Center

Das einzige, was man machen kann, um sich auf das Assessment Center (AC) vorzubereiten ist, sich ein bisschen in der Medienlandschaft umzuschauen. Dazu gehören:

  • die wichtigsten Nachrichten derzeit
  • auf jeden Fall Autoren von Zeitungen heraussuchen (und Artikel, die euch besonders gefallen, am besten ein relativ aktueller)
  • ein Vorbild aus der Medienlandschaft suchen (egal ob TV, Radio, Zeitung, Online) – und vielleicht nicht Rainer Nowak oder Armin Wolf, weil die beiden nennt sicher mindestens jeder Zweite

Außerdem ist es wichtig, dass man sich die Module von dem Studiengang anschaut und sich ein Lieblingsmedium aussucht.

5. AC – der Kommentar

Der erste Part (nach der Einteilung in 6er Gruppen für die Hearings später) ist das Verfassen eines Kommentars über ein „aktuelles“ Thema. Die Anführungszeichen deswegen, weil bei uns folgende 3 Themen zu Auswahl standen: 1) der Selfie Trend 2) Zukunft der Printmedien 3) Landeshauptleute und ihre Macht.

Mal abgesehen davon, dass es kurz vorher zu der Koalition der SPÖ und FPÖ im Burgenland gekommen ist, war diese Themen jetzt nicht wirklich aktuell. Aber wie gesagt es ist trotzdem nicht schlecht, wenn man ein bisschen informiert ist, vor allem dann fürs Hearing.

Wenn man den Kommentar schreibt, darf man kein Internet für die Recherche verwenden, was aber eigentlich egal ist, weil es sowieso eher um die eigene Meinung geht. Das heißt, man sollte das auf keinen Fall aufbauen wie einen Aufsatz oder einen normalen, informierenden Artikel, sondern sollte eher seine Meinung in den Raum stellen und diese dann begründen. – Am besten ist, sich vorher Kommentare durchzulesen, da man so ein bisschen das Gefühl dafür bekommt, was eigentlich verlangt ist.

Von der länge her, sollte der Text ca. eine Seite also 2 500 Zeichen lang sein – das muss auch ziemlich genau (+- 10 %) eingehalten werden, da man ja, wenn man für eine Zeitung schreibt, auch nicht unendlich viel Platz hat. Ist der Kommentar zu lang, kann er gar nicht abgegeben werden.

5. AC – das Hearing

Das Hearing hast du zusammen mit deiner Kleingruppe, und es geht im Grunde darum, dass du dich nochmal vorstellst, sagst was dich an dem Studium interessiert, dein Lieblingsmedium und dein Vorbild nennst und angibst, ob du schon irgenwie Erfahrung hast (Schülerzeitung, Blog, …) und welche Medien du konsumierst.

Es ist sehr wichtig, dass du dich vor dem Hearing schon mit den anderen aus deiner Gruppe zusammen setzt, und ein bisschen mit ihnen redest, einfach damit es für dich „normaler“ wird, mit ihnen zu reden, und ihr euch beim diskutieren nicht schwert tut.

Wahrscheinlich werdet ihr auch nach Lieblingsautoren oder anderen Lieblingen in den Medien gefragt und da ist es immer gut wenn man nicht nur einen Namen, sondern eben auch aktuelle Artikel im Kopf hat.

Ganz allgemein ist meiner Meinung nach Authentizität das wichtigste, und dass ihr nicht groß über aktuelle Themen redet, bei denen ihr normalerweise nur die Schlagzeilen liest, euch aber nicht wirklich auskennt. Redet lieber von Themen, von denen ihr wirklich überzeugt seid, und wovon ihr auch wirklich Ahnung hat.

Danach gibt es noch eine Gruppendiskussion (unsere hatte das Thema: Was ist gut an der österreichischen Medienlandschaft?), bei der es wichtig ist, dass ihr euch einbringt. Es ist nicht wichtig, dass ihr ständig den Mund offen habt, oft genügt es auch aufmerksam zuzuhören, intelligente Fragen zu stellen und seine Meinung einzuwerfen. Journalisten reden ja meistens auch nicht nur über die eigene Meinung, sondern wollen etwas über ihr Gegenüber herausfinden.

Am Ende des Hearings gibt es dann noch eine Selbstreflexionsrunde, in der jeder zwei Dinge, die er gut, und zwei, die er oder sie schlecht gemacht hat, aufzählen muss. Dabei ist das wichtigste, dass man ehrlich ist. Ich habe zum Beispiel gesagt, dass ich es gut gefunden habe, dass ich authentisch war, und von Dingen geredet habe, über die ich genügend weiß, und schlecht war, dass ich mich nicht genug in die Diskussion eingebracht habe, und etwas nervös war.

 

Das wars dann auch schon. So schwierig ist es nicht. Nach ein paar Wochen bekommt man dann eine Antwort, ob man genommen wurde, auf der Warteliste steht, oder es leider nicht geschafft hat. Ist der letzte Fall eingetreten, macht man halt was anderes, und wenn man wirklich Journalismus auf der FH studieren will, probiert man es nächstes Jahr wieder. Außerdem gibt es auch genügend Wege, wie man in diese Branche kommen kann. Wenn man sich auf watchadoo.com einige Geschichten von Journalisten ansieht, merkt man, dass die wenigsten so einen Zweig studiert haben.

 

Also macht euch nicht selbst zu viel Druck und Stress, das ist das aller Wichtigste. Dann klappt das auch sicher. Ciao, eure Juvigra (:

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